Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer: Erste bundesweite Studie zu Gewalt und Konflikten an Schulen veröffentlicht

veröffentlicht 24.06.2026, Fachbereich Kinder und Jugend im Zentrum Bildung in Kindheit und Jugend

Am 22. Juni 2026 präsentierte Berlin als erstes Bundesland das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer – eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Untersuchung zu Gewalt, Konflikten, Diskriminierung und Konformitätsdruck an Schulen.

Die Studie basiert auf den Angaben von über 14.000 Schüler:innen sowie mehr als 2.500 Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitenden und liefert damit erstmals eine belastbare Datengrundlage für die politische und fachliche Arbeit in diesem Bereich.

Alarmierende Ergebnisse

Die Studie zeigt deutliche Herausforderungen auf:

  • Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitenden bewertet Gewalt und Konflikte an ihrer Schule als großes oder sehr großes Problem.
  • Fast zwei Drittel berichten von einer Zunahme der Gewalt seit der Corona-Pandemie.
  • Besonders auffällig sind die Entwicklungen an Grundschulen, die zunehmende Bedeutung digitaler Konflikte sowie religiöser und sozialer Konformitätsdruck, den viele Schüler:innen wahrnehmen.
  • 80 % der Lehrkräfte beobachten, dass Konflikte schneller eskalieren als noch vor wenigen Jahren.

Handlungsbedarf und Ziele

Die Ergebnisse der Studie sind ein deutliches Warnsignal. Schule muss ein Ort des Lernens, des Respekts und der Sicherheit sein. Berlin hat sich als erstes Bundesland dieser Aufgabe gestellt und will nicht wegschauen, sondern handeln:

  • Prävention, um Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen,
  • Intervention, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und wirksam einzudämmen,
  • Repression, wo Grenzen überschritten werden und Gewalt nicht folgenlos bleiben darf.

In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse gemeinsam mit Wissenschaft, Schulpraxis, Schüler- und Elternvertretungen sowie Expert:innen vertieft, um konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit, Respekt und Zusammenhalt an Berliner Schulen zu entwickeln.

Fazit

Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, Gewalt und Konflikte an Schulen ernst zu nehmen und gezielt gegenzusteuern. Berlin geht hier mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie wichtig es ist, Probleme zu benennen, Entwicklungen zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten.

Mehr Informationen: https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2026/pressemitteilung.1684252.php.