Konferenz der Dekanatsjugendreferent*innen der EKHN

veröffentlicht 17.03.2026 von Nicola Knittel, Fachbereich Kinder und Jugend im Zentrum Bildung in Kindheit und Jugend

Am 12. März 2026 fand in der jugend-kultur-kirche sankt peter in Frankfurt die DJR-Konferenz statt. Veranstaltet wurde sie vom Fachbereich Kinder und Jugend des Zentrums Bildung in Kindheit und Jugend der EKHN. Zentrales Thema der Veranstaltung waren Geschlechterunterschiede im politischen Wahlverhalten junger Menschen und deren gesellschaftliche Hintergründe.

Die Veranstaltung wurde mit einer Andacht von Landesjugendpfarrer Matthias Braun eröffnet. In seiner Andacht thematisierte er die transgeschlechtliche Identität Christi und erinnerte daran, binäre Kategorien zu hinterfragen und aufzubrechen. Dies diente insbesondere als Erinnerung im Hinblick auf die anschließenden, eher binär gedachten Vorträge.

Vormittags hielt Gloria Schmid, Referentin der Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention im Frauenreferat Frankfurt, einen Vortrag zur politischen Gender-Gap mit dem Titel »Jungs wählen rechter, Mädchen linker«. Sie zeigte die geschichtliche Entwicklung des Wahlverhaltens von Männern und Frauen. Dabei erläuterte sie, dass junge Männer zunehmend konservativere Einstellungen entwickeln würden, während junge Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren immer stärker liberal orientiert seien (Quellen: Financial Times & Ansgar Hudde).

Schmid betrachtete unter anderem Werbeplakate verschiedener Parteien, eine NDR-Panorama-Dokumentation »Warum junge Männer rechts wählen« sowie einen Beitrag der Tagesschau »Männer zwischen ›Alpha‹-Kult und Unsicherheit«. Sie legte dar, dass die Emanzipation der Frau, die höhere Anzahl weiblicher Abiturient*innen im Vergleich zu Männlichen und die steigende Zahl unfreiwillig männlicher Singles mit geringem Bildungsstand dazu beitrage, dass Männer sich häufig als Verlierer einer emanzipatorischen Gesellschaft wahrnehmen würden. Dies sei ein wesentlicher Auslöser für ihr Wahlverhalten.

Frauen hingegen würden seit der Aufnahme konservativer Rollenbilder durch rechte Parteien eher politisch liberal wählen. Sie setzten sich für Empowerment, Feminismus und Emanzipation ein. Generell würden Personen mit höherem Bildungsstand und Offenheit gegenüber verschiedenen Geschlechterrollen eine geringere Tendenz zeigen, rechts zu wählen. Eine Priorisierung autoritärer Werte und ökumenischen Wachstums begünstige hingegen eine stärkere Neigung zu konservativen Positionen.

Schmid sensibilisierte außerdem für rechtsextreme Social-Media-Trends aus der sogenannten »Manosphäre«, wie beispielsweise die »Pick up Artists«, das Römische Reich oder die »Red Pill«. Im Kontrast dazu beleuchtete sie den Begriff der »Tradwives«. Der Vortrag endete mit einem Austausch über die Bedeutung der genannten Inhalte für die Evangelische Jugendarbeit.

Nach der Mittagspause folgten aktuelle Informationen aus dem DJR-Sprecher*innenkreis sowie vom Fachbereich Kinder und Jugend und vom Jugendkirchentag.

Anschließend hielt Donya Moussa, Projektleiterin bei »HeRoes« Offenbach, einen Vortrag. Sie berichtete von ihrer Arbeit in dem Gewaltpräventions- und Gleichberechtigungsprojekt, in dem aktuell etwa 50 junge Männer betreut werden.

Die Konferenz endete mit einem Reisesegen von Katharina Adamek, Landesjugendreferentin der EKHN.